Folgen beim Bau und Betreiben aktueller Windkraftanlagen

Das Dokument, herausgegeben von der Bürgerinitiative GEGENWind, dient als kritisches Handreichungsmaterial für Bürger und Bürgervertreter im Landkreis Meißen bezüglich des Baus und Betriebs moderner Windkraftanlagen. Es stellt eine umfassende Sammlung von Argumenten dar, die sich gegen die Errichtung von Windrädern, insbesondere in der Region Lommatzscher Pflege, richten.

Das Dokument als Handreichung kann hier heruntergeladen werden.

Zentrale Argumente der Bürgerinitiative:

1. Visuelle Beeinträchtigung und Zerstörung des Landschaftsbildes Die Initiative prangert die enorme Größe moderner Windkraftanlagen an. Geplante Anlagen für das Jahr 2024 mit einem Rotordurchmesser von 172 Metern würden lokale Wahrzeichen wie die St. Wenzel Kirche in Lommatzsch (66 Meter hoch) und sogar das Ulmer Münster (162 Meter) deutlich überragen. Diese massive Skalierung wird als Verschandelung der “einmaligen, alten Kulturlandschaft” und der als schützenswert empfundenen Heimat betrachtet.

2. Verfassungsrechtliche Bedenken Das Dokument argumentiert, dass der Ausbau von Windparks elementaren Grundrechten und den in der sächsischen Verfassung verankerten Staatszielen widerspricht. Insbesondere werden folgende Artikel angeführt:

  • Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen (Art. 10): Die Verpflichtung zum Schutz von Boden, Tieren, Pflanzen und der Landschaft als Ganzes werde verletzt.
  • Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 16): Dieses Recht werde durch nachgewiesene Gesundheitsgefahren, wie die durch Infraschall verursachte Herzschädigung, untergraben.
  • UN-Recht auf eine intakte Umwelt: Es wird auf einen Beschluss der UN-Generalversammlung vom Juli 2022 verwiesen, der das Recht auf eine “sichere, saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt” anerkennt.

3. Ökologische und gesundheitliche Risiken Die Initiative listet eine Reihe von negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit auf:

  • Gesundheitsrisiken durch Infraschall: Eine Studie der Mainzer Universitätsmedizin (Vahl-Studie) wird zitiert, wonach Infraschalldruck von Windrädern die Herzleistung um über 20 % verringern kann. Anwohner klagen zudem über Symptome wie Schlaflosigkeit und Konzentrationsstörungen.
  • Schadstoffemissionen: Die Rotorblätter enthalten gesundheitsschädliche Stoffe wie Bisphenol A und polyfluorierte Kunststoffe (PFAS), die als krebserregend gelten. Durch Abrieb während des Betriebs werden diese Partikel sowie lungengängige Glas- und Carbonfasern, die eine ähnliche toxische Wirkung wie Asbest haben sollen, in der Umwelt verteilt.
  • Klimaschädliche Gase: In den Anlagen ist das Treibhausgas Schwefelhexafluorid (SF6) verbaut, das 23.000-mal klimaschädlicher als CO2 ist und eine Haltbarkeit von 3.000 Jahren hat. Deutschland sei bereits der größte Emittent von SF6 in Europa, was größtenteils auf Windkraftanlagen zurückzuführen sei.
  • Auswirkungen auf die Natur: Windräder führen zur Austrocknung von Böden, reduzieren Niederschläge und töten eine hohe Anzahl an Vögeln und Fledermäusen.

4. Mangelnde Effizienz und Wirtschaftlichkeit Die tatsächliche Effizienz von Windkraftanlagen wird stark infrage gestellt:

  • Geringe reale Leistung: Die reale Leistung eines Windrades liege oft bei nur etwa 16 % der Nennleistung. Bei der für die Lommatzscher Pflege durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von ca. 6 m/s erzeuge eine 2,0-MW-Anlage real nur etwa 197,8 kW. Der bundesweite Durchschnitt der Auslastung liege bei nur 24 %.
  • Netzstabilität und Kosten: Der unbeständige “Flatterstrom” erfordere täglich zahlreiche Eingriffe ins Energienetz, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Bei Windstille müsse teurer Strom aus dem Ausland zugekauft werden, während überschüssiger Strom an Nachbarländer gegen Bezahlung abgegeben wird.

5. Problematik des Rückbaus Der gesetzlich vorgeschriebene, vollständige Rückbau der Anlagen inklusive der massiven Betonfundamente stellt ein erhebliches Problem dar.

  • Kosten: Die Rückbaukosten können die hinterlegten finanziellen Sicherheiten (ca. 400.000 €) deutlich übersteigen. Ein Rechenbeispiel aus dem Landkreis Meißen zeigt Kosten von fast 500.000 € für eine 120 Meter hohe Anlage.
  • Haftung: Sollten die Rücklagen nicht ausreichen, haftet der Grundstückseigentümer mit seinem Privatvermögen, was zur Insolvenz führen kann.
  • Umweltschäden: In der Praxis werden Fundamente oft nicht vollständig entfernt, was zu einer dauerhaften Versiegelung wertvoller Böden führt.

6. Alternative: Dual Fluid Reaktor Als Alternative zur Windkraft wird der Dual Fluid Reaktor vorgestellt, ein in Deutschland entwickeltes Kernreaktorkonzept. Dieser soll eine wesentlich höhere Energie-Rendite (EROI) aufweisen, inhärent sicher sein und Atommüll zur Energiegewinnung nutzen können, wodurch die Endlagerproblematik entfiele. Quellen